DER ROSENKAVALIER – Wenn Status schützt

Shownotes

Was passiert, wenn Macht auf Begehren trifft? Wer darf über wen bestimmen – und was passiert, wenn gesellschaftliche Rollen ins Wanken geraten?

In dieser Folge tauchen wir ein in Richard Strauss’ DER ROSENKAVALIER – eine Oper über Liebe, Status, Abhängigkeiten und die Frage, wer eigentlich das Sagen hat. Wir sprechen über Macht und Machtmissbrauch, über Rollenbilder und darüber, warum vieles, was auf der Opernbühne verhandelt wird, erstaunlich nah an unserer Gegenwart liegt. Dabei geht es auch um eine ungewöhnliche Perspektive auf den ROSENKAVALIER: Was passiert, wenn die Mittel des Films auf die Oper treffen? Kameras, Projektionen und filmische Bilder verschieben die Perspektive auf die Figuren und ihre Geschichte. Die Inszenierung von Marie-Ève Signeyrole spielt dabei mit den Grenzen zwischen Film und Realität, zwischen Spiel und Wirklichkeit.

Und dann ist da noch das Opernhaus selbst: Nach Jahren der Sanierung wird der ROSENKAVALIER zur Eröffnungsproduktion am Offenbachplatz. Wir schauen darauf, wie Architektur, Räume und Bühnentechnik Teil der Inszenierung werden – und was das wiedereröffnete Haus selbst zu erzählen hat.

Unser Podcast-Team ist mittendrin: Die jungen Erwachsenen sprechen mit Menschen hinter der Produktion, sammeln persönliche Eindrücke und überraschende Perspektiven und nehmen euch mit hinter die Kulissen dieser besonderen Premiere.

Eine Folge über Macht, Begehren und Abhängigkeit – über Film auf der Opernbühne und ein Opernhaus, das selbst zur Bühne wird. Jetzt reinhören und die Vibes der Oper Köln spüren.

StageVibes – Der Podcast der Oper Köln mit Anna Mangold und Sebastian Sonntag

Redaktion und Umsetzung: Anna Mangold, Stephanie Sonnenschein, Christine Sonntag, Sebastian Sonntag

Mit großer Unterstützung von unserem Podcast-Team: Anahita Behmanesch, Martino Codognotto, Tim Fuchs, Melina Mielke, Maja Niepolt, Basia Noll, Elisa Rübo, Nora Scheibler, Theresa Schmitz, Nava Najafi, Barbara Vierling

Vielen Dank an alle, die an dieser Folge mitgewirkt haben, insbesondere an: Marie-Ève Signeyrole, Patrick Zielke, Volker Rhein Sowie das ganze Team von DER ROSENKAVALIER an der OPER KÖLN

Mit freundlicher Unterstützung des Kuratoriums der Oper Köln Eine Produktion der SENDEEINHEIT Im Auftrag von und in Zusammenarbeit mit der OPER KÖLN

www.oper.koeln www.sendeeinheit.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Da sind wir wieder.

00:00:01: Richtig, erholt zurück aus der Spielzeitpause!

00:00:03: Aber

00:00:03: hallo und wie geht's euch so?

00:00:05: Angespannt

00:00:06: ganz klar nervös angespannt

00:00:07: Ja ich aber auch.

00:00:09: Und ihr fragt euch jetzt bestimmt warum?

00:00:11: ja Leute heute geht es hier nicht einfach nur darum dass wir hier eine neue Opern Premiere besprechen

00:00:16: sondern Es ist endlich soweit.

00:00:20: Wir öffnen ein Haus.

00:00:22: das ist neu.

00:00:23: man ist bei einer Premiere generell immer angespannt.

00:00:26: Hier ist natürlich noch mal mehr, weil wir viele Sachen haben die wir dann zum ersten Mal wieder zum Leuchten bringen.

00:00:31: Ja!

00:00:32: We are back am Offenbachplatz.

00:00:35: Nach über vierzehn Jahren kehren die Bühnenköln in die Stadt Mitte zurück.

00:00:40: Ich sag's hier das es einfach nur crazy.

00:00:42: Und die erste Oper die jetzt hier im Offenbach Platz gezeigt wird Ist für sich schon ziemlich besonders

00:00:58: Der Rosenkavalier von Richard Strauss.

00:01:00: Aber auch wenn der Name der Oper vielleicht so ein bisschen angestaubt klingt, dass was in der Inszenierung dann zu sehen ist.

00:01:08: Das ist tatsächlich ziemlich modern.

00:01:10: Videoprojektion, Kameras auf der Bühne... Ja

00:01:13: und auch thematisch bleibt es aktuell und es wird deep.

00:01:16: Es geht in der Oper nämlich unter anderem um Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt.

00:01:21: Wir nehmen euch auf jeden Fall mit und schauen uns die Themen im Kontext der Oper ganz genau an.

00:01:26: Also wenn ihr bereit seid kommt doch mit Vorhang auf Der Rosenkavalier Ein Podcast

00:01:41: der Opa

00:01:41: Köln.

00:01:48: Jetzt ist unsere letzte Folge schon so ein bisschen her und vielleicht ist ja auch die eine oder andere neu von euch mit dabei, deswegen vielleicht mal kurz zwei Sätze zu uns das Anna.

00:01:58: Ja hallo!

00:01:59: Anna is Musiktheaterpädagogin an der OPA KölN heißt Ihr Job ist es, Leute die noch nicht so einen Plan von Opa haben mitzugeben wie das funktioniert.

00:02:07: Ganz genau!

00:02:08: Und das ist Sebastian?

00:02:09: Hi!

00:02:10: Sebastian ist Journalist und kennt sich vor allem aus mit Medien in denen gesprochen wird.

00:02:14: Er arbeitet zum Beispiel fürs Radio macht aber auch viele Podcasts und weiß wie man in so einem Podcast hier Leuten Dinge erzählt So dass sie Sie im besten Fall verstehen.

00:02:23: So und darum geht's ja hier bei Stage Vibes wir wollen euch mitgeben was in der Opa der Rosenkavalier so passiert Ja Was das alles mit uns und mit unserem Leben und auch mit unserer Zeit zu tun hat, weil ihr wisst das.

00:02:36: Opern sind's meistens schon ziemlich alt.

00:02:38: Ganz genau, und bestenfalls geht ihr dann in die Oper rein und habt noch mehr Planen als ihr vielleicht eh schon habt?

00:02:44: Plan

00:02:44: ist gut!

00:02:45: Das wäre nämlich auch unser Plan und das machen wir nicht allein sondern mit unserem Podcast-Team.

00:02:49: Exakt,

00:02:49: das sind zwölf junge Menschen zwischen vierzehn und zweiundzwanzig Jahren, die jede Podcastfolge redaktionell unterstützen und Interviews mit den Sängerinnen führen und auch überlegen welche Themen oder Aspekte der Oper wichtig sind und was wir euch darüber erzählen sollen.

00:03:04: Jetzt hier beim Rosenkavalier, da waren die Themen um die es heute jetzt hier im Podcast geht.

00:03:08: Eigentlich ziemlich schnell klar als wir in unserer Redaktionssitzung darüber gebrainstormt haben.

00:03:13: Ich

00:03:13: interessiere mich bei allem innerhalb der Handlung vom Rosenkvalier selbst Die Macht der Männer und die patriarchische Gesellschaft, die extremst dort dargestellt wird.

00:03:22: Sexueller Missbrauch über Griffe macht Missbraucht.

00:03:25: Das ist ja auch ein sehr aktuelles Thema von Weinstein über Epstein-Depardieu.

00:03:31: Es gibt ja sehr viel, vor allem auch im künstlerischen Bereich.

00:03:34: Okay da haben wir jetzt schon eine ganze Menge auf dem Zettel stehen und dazu kommt eben auch noch dieser neue alte Ort am Offenbachplatz.

00:03:42: Wir

00:03:42: gehen in einer

00:03:43: neuen Ära.

00:03:43: also hier moderne und alles das neue Gebäude.

00:03:46: Auch in Verbindung zu der Öffnung des Opernhauses dachte ich es ist interessant so ein Einbild zu geben was generell einfach so alles behind the scenes passieren kann.

00:03:57: So genau das machen wir auch Nicht zuletzt, weil auch die Oper als Gebäude innerhalb der Inszenierung vom Rosenkavalier eine Rolle spielen wird.

00:04:06: Dann

00:04:07: lass uns doch vielleicht erstmal so grundsätzlich jetzt über die Oper und die Story sprechen also den Rosenkvalier... Die Musik, die kommt von Richard Strauss, ziemlich bekannter Komponist.

00:04:17: Das Libretto, also der Text, kommt vom österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannstal

00:04:22: Und uraufgeführt wurde die Oper in Dresden.

00:04:26: Der Rosenkavalier, der zählt zu den Opern die im zwanzigsten Jahrhundert am häufigsten aufgeführt worden sind ist doch mal eine Ansage.

00:04:33: Ja

00:04:33: aber absolut.

00:04:35: und dem Mittelpunkt der Oper stehen vier Personen Die Feldmarschalleln ihr junger Liebhaber Octavian, Sophie Baron Ox auf Lärchenau.

00:04:44: Auf

00:04:45: Lärchnau, ja?

00:04:46: Nicht von!

00:04:48: Im österreichischen Gitztas vermehrt und bezieht sich vor allem auf den Landstrich aus dem der Baron kommt sagt man halt einfach so.

00:04:55: aber zum Vergleich man sagt jetzt zb bei uns auch ich gehe auf Schalke und meint damit die Arena

00:05:01: Aber es gibt keinen Baron auf Schalken soweit ich weiß.

00:05:04: Das stimmt

00:05:04: weiss ich zumindest auch nichts davon.

00:05:06: Lasst uns mal mit der Handlung weitermachen.

00:05:07: Sehr gerne also.

00:05:09: Die Feldmarschallin Fürsten-Werdenberg Verheiratet hat eine heimliche Liebesbeziehung mit dem jungen Octavian.

00:05:17: Octavian liebt sie, doch dann lernt er Sophie kennen.

00:05:21: Sophie soll aber Baron Ox heiraten?

00:05:24: Zumindest ist das der Wunsch des Barons.

00:05:26: auflärchen auch

00:05:28: genau.

00:05:29: Der Baron ist deutlich älter und will die Ehe vor allem deshalb, weil Sophie's Vater ziemlich gut Geld hat.

00:05:35: Und der Baron dadurch seine finanziellen Sorgen lösen könnte.

00:05:38: Ganz genau!

00:05:39: Auf Rat der Feldmarschallin schickt er also den jungen Octavian als den sogenannten Rosenkavalier zu Sophie.

00:05:48: Der Rosenkavalier soll Sophie als Zeichen des Heiratsantrags im Namen des Barons eine silberne Rose überreichen.

00:05:55: Macht

00:05:56: man ja so!

00:05:56: Das waren zumindest damals so, aber dann Surprise.

00:06:01: Sie verlieben sich ineinander also Octavian und Sophie.

00:06:04: klar

00:06:47: So, sie sind verliebt.

00:06:49: Deswegen versucht Octavian natürlich die Hochzeit von Sophie und Baron Ox zu verhindern mit einer List-Stichwortverkleidung.

00:06:56: Wie man das in der Oper so macht?

00:06:57: Meistens ist es so.

00:06:58: Bringt er den Baron dazu, Sophie am Ende frei zu geben.

00:07:02: Und am Ende happy end, Octavian und Sophie sind ein Paar und die Feldmaschalin erkennt dass sie Octavian loslassen muss obwohl sie ihn liebt.

00:07:12: Kein Drama am Ende!

00:07:14: Zumindest nicht offensichtlich.

00:07:17: In meiner

00:07:29: Konzeption ist Marceline ein Filmdirektor.

00:07:42: Das ist übrigens Marie-Eve, dass sie Regisseurin des Stücks und die holt die Handlung der Opa zurück ins Hier und Jetzt.

00:07:48: Wir sehen ein Filmset und da wird ein Film gedreht, das im XX Jahrhundert spielt.

00:08:00: Also Marie-Eve ist nicht nur die Regisseurin, sondern auch daran beteiligt wie Videobilder eingesetzt werden bei dieser Inszenierung.

00:08:08: Video beziehungsweise Film spielt nämlich eine total wichtige Rolle.

00:08:11: Ja

00:08:11: also nicht nur quasi in der Story, sondern auf der Bühne.

00:08:14: Ganz genau weil da eben dieses Filmset ist und in diesem Filmsett ist die Feldmarschallinn eine Regisseuren, die diesen Film dreht, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts spielt.

00:08:26: Sophie ist eine sehr junge Schauspielerin am Anfang ihrer Karriere.

00:08:30: Octavian, ebenfalls eine etwas erfahrenare Schauspielerin.

00:08:34: um Octavian kümmern wir uns gleich noch.

00:08:37: und Baron Ox ein Filmproduzent Und auch die Rose ist hier ein Filmpreis, der im Auftrag des Barons an Sophie überreicht werden soll.

00:08:47: Was einem Filmset natürlich nicht fehlen darf, sind viele Kameras und ein zugehöriges Filmteam drum herum.

00:08:54: Das heißt es gibt auf der Bühne Live-Fahrten Nahaufnahmen und das Publikum ist quasi live bei einem richtigen Filmdreh dabei!

00:09:03: Das ist natürlich eine besondere Herausforderung für die Sänger.

00:09:21: Sie müssen eigentlich doppelt gut spielen, damit es einmal bei den Zuschauern im Opernsaal ankommt... Aber naja, es muss ja dann auch bei diesen Nahaufnahmen auf der Videoleinwand funktionieren.

00:09:30: Ganz genau!

00:09:30: Die Rolle der Feldmaschallen die in der Inszenierung als Filmregisseurin umgedeutet wird ist Marie-Eve besonders wichtig

00:09:37: sich mit der Zeit zu spielen, die es entdeckt hat.

00:09:45: Sie ist ein Mitarbeiter, eine Filmdirektorin und in einem Moment schützt sie einen Film über ihre eigene Leben, aber auch durch die Inspiration von einer anderen Frau, die vielleicht auch mich als erstes Filmdirektor und Städte-Direktorin inspiriert.

00:10:00: Also, sie will mit der Feldmaschallin eine starke Figur konstruieren.

00:10:04: Die ein Stück weit die Kontrolle über die Handlung behält und deswegen wählt sie für diese Figur die Rolle als Filmregisseurin.

00:10:12: Aber auch bei den anderen Figuren gibt es ein paar Abweichungen von der ursprünglichen Idee der Rolle zum Beispiel eben Octavian.

00:10:19: Ja, das hat gar nicht schon angedeutet ne?

00:10:21: Ursprünglich ist Octavian so genannte Hosen-Rolle heißt eine weibliche Person, die eine Männerrolle singt und spielt.

00:10:30: Wir können ja vielleicht mal reinhören, das hier sind gerade die Feldmaschallen und Octavian zu Beginn des Stücks.

00:11:19: Eigentlich hat es mit der Hosenrolle ... Also wenn man das einsetzt dieses Mittel quasi hat das vor allen Dingen musikalische Gründe ne?

00:11:27: Genau!

00:11:27: Die weibliche Stimme eignet sich besser um Jugendlichkeit auf der Bühne darzustellen Denn Wenderstimmen klingen nach dem Stimmbruch einfach tiefer Und in der Regel singen auf Opernbühnen ja erwachsene Personen.

00:11:38: Aber in unserem Rosenkavalier lässt Marie-Elf in Bezug auf die Hosenrolle, die Frage nach dem Geschlecht einfach erst mal offen.

00:12:09: Marie-Eve betont ja nochmal, dass durch die Hosenrolle sowieso schon mit den Geschlechtern gespielt wird und sie möchte diesen Moment nutzen um das ganze komplett offen zu lassen.

00:12:19: Auch weil es ja am Ende einfach keine Rolle spielen muss welches Geschlechtsoklavian hat Und so wird die Figur Octavian genderfluide oder nonbinär.

00:12:27: Genau, dann haben wir noch Baron Ox auf Lerchenau und in Marie-Elf's Inszenierung fällt deutlich auf welchem Charakter er hat und was er eigentlich ist.

00:12:36: Ja völlig übergriffig!

00:12:37: Und der, der das gerade gesagt hat, der muss es wissen, dass es Patrick Zielke, der singt in der Inszenierung den Baron Ox und der Charakter seiner Figur, der fällt hier tatsächlich besonders ins Auge.

00:12:48: Diese Aktualisierung jetzt... Steckt natürlich schon die Brücke von Marie-Eve jetzt dadurch, dass es eben so krass im Filmbusiness spielt.

00:12:54: Was man sonst halt vielleicht nicht so sehen würde tatsächlich in dieser Interpretation weil dadurch das ist wirklich auch Filmkameras auf der Bühne sind wird.

00:13:01: diese Assoziation mit Weinstein oder Epstein oder sowas wird dann viel klarer werden.

00:13:05: Insofern ist diese Aktualisierung Ich glaube, das ist sehr wichtig oder sehr gut.

00:13:10: Weil ich weiß nicht, ob alle diese Problematik immer so mitlesen.

00:13:14: Also weil ich glaub die Leute, die sonst reingehen, Rosenkavalier ... Wenn wir alle Berücken aufhaben, schöne Rock-A-Cour-Kostüme und so weiter, kann ich mir gut vorstellen, dass viele Hayalschatz und Krabschau

00:13:23: usw.,

00:13:24: Hayadeschatz.

00:13:24: ein Spinnort trinkt halt sein Bierle her und dann zieht er mal eine Frau auf den Schoße.

00:13:29: Worauf Patrick hier anspielt, ist natürlich die Methodebatte.

00:13:33: Das ist sicherlich und hoffentlich den meisten von euch einen Begriff!

00:13:36: Noch mal kurz zur Wiederholung.

00:13:37: Die wurde ins Rollen gebracht, als einige Schauspielerin den Hollywood-Regisseur Harvey Weinstein des sexuellen Missbrauchs beschuldigten und mittlerweile haben Millionen von Frauen unter diesem Hashtag ihre Erfahrungen mit sexuellem Übergriff in der Filmbranche geteilt und öffentlich gemacht.

00:13:55: Wie genau zeigt sich das dann jetzt in der Inszenierung?

00:13:57: Ja vor allem eigentlich am Verhalten, dass der Baron an den Tag liegt.

00:14:01: Er ist halt wirklich rücksichtslos übergriffig und einfach richtig ekelhaft gegenüber den weiblichen Figuren.

00:14:08: Und das wird man auch sehr konkret auf der Bühne sehen, dass es jetzt noch mal als Hinweis an euch wenn ihr euch die Oper anschaut.

00:14:15: Die Anspielung auf die Methodebatte... Das ist aber nicht das Einzige gewesen war es Regisseurin Marie-Eve.

00:14:20: Es

00:14:23: geht hier

00:14:36: also nicht nur darum, das Verhalten von Baron Ox zu hinterfragen.

00:14:40: sondern sie findet es vor allem in ihrer Position als Regisseurin heutzutage wichtig, dieses Verhalten als grundsätzliche Problematik sichtbar zu machen.

00:14:49: Also im Prinzip ein Denkanstoß zu geben, inwiefern diese Missstände in der Kunstbranche weiterhin als normal hingenommen werden können.

00:14:58: und dafür instrumentalisiert sie in dem Moment quasi die Figuren in der Handlung.

00:15:02: zum Beispiel will der Baron Ox Sophie nur deshalb den Filmpreis verleihen um an Sie ranzukommen.

00:15:09: also extremer Machtmissbrauch und übergriffiges Verhalten.

00:15:12: Und das stellen wir schon auch anspruchsvoll vor, dass dann auf der Bühne performen zu müssen, ne?

00:15:18: Aber Sänger Patrick hat den Baron Ox schon in vielen Inszenierungen gesungen.

00:15:22: In manchen Theatres gibt es Triggerwarnung.

00:15:24: aber ich meine Leute die sexuellen Übergriffe erlebt haben in ihrem Leben schon Frauen die Trigger das vielleicht auch was da passiert auf der bühne und da versuche immer immer so ein bisschen Werbung zu machen, dass wir's eben nicht genau so zeigen müssen, wie es vielleicht im Text drin steht.

00:15:38: Weil Kollegen das ja auch erfahren haben wir.

00:15:40: Wir haben relativ junge Ochsen mit forty-fünf.

00:15:42: Aber es gibt auch ältere Semester.

00:15:44: die sind es halt noch gewohnt in der Oper einfach mal irgendwie normal hinzufassen an Hintern und dann ein Kuss auf die Backe und so.

00:15:50: Mir ist das eigentlich immer

00:15:51: unangenehm.".

00:15:52: Ja und er sagt deshalb auch dass das bei der Probenarbeit total wichtig findet... Wir haben miteinander abzusprechen, welche Berührungen okay sind.

00:15:58: Mittlerweile gibt es ja auch Intimacy-Coaches also extra ausgebildete Menschen die dann dabei helfen dass persönliche Grenzen auf der Bühne auch eingehalten werden das bei der Thematik ja wirklich herausfordernd sein kann.

00:16:11: Ja

00:16:11: absolut und am Ende ist es halt wirklich einfach eine Gratwanderung im Sinne von man zeigt grenzüberschreitendes Verhalten auf der bühne das wiederum was in den Köpfen der Zuschauerinnen bewirken und wachrütteln soll.

00:16:23: Aber natürlich muss man gleichzeitig die persönlichen Grenzen der Darstellerinnen respektieren und vor allem schützen.

00:16:30: Also, das ist die Voraussetzung oder sollte die Varaussetzung dafür sein, dass solche Szenen gespielt und gezeigt werden?

00:16:36: Dass es in dieser Inszenierung ganz besonders herausfordernd ist, sieht auch Patrick so.

00:16:40: Dadurch, dass sie jetzt mal die Kamera alles aufnimmt und diese Leute da sind, erzählt sich durch diese Inszenierung viel mehr, dass es ein heutiges Problem ist.

00:16:49: Und können wir vorstellen, dass das schon paar Leute zum Nachdenken bringen.

00:16:53: Ja, schön.

00:16:53: Ja klar!

00:16:54: Das ist bei der Thematik natürlich noch mal krasser, wenn du dann diese ganzen Filmkameras auf der Bühne hast die aus den externen Filmen und das da quasi alles live mitschneiden was auf der bühne passiert?

00:17:06: Ich glaube als Zuschauerin kann es sich dann so anfühlen als würde man unfreiwillig nah an die Sängerinnen rankommen irgendwie.

00:17:14: Aber so kann natürlich eine Oper, die vor mehr als hundert Jahren entstanden ist auch ein Problem ansprechen.

00:17:19: Dass in unserer heutigen Zeit super wichtig ist und leider auch nach wie vor sehr aktuell zumindest wenn man es so inszeniert wie Marie-Elf.

00:17:27: Und bei all dem gibt's ja noch einen weiteren ziemlich wichtigen Player über den wir jetzt noch gar nicht so richtig gesprochen haben.

00:17:33: Ja das ist die Musik Stimmt!

00:17:34: Bei allen Kontroversen die uns die Oper beschert und über die wir gerade gesprochen haben hat Strauß die Oper musikalisch doch mit einer Wer guten Portionen, Leichtigkeit ausgestattet.

00:17:44: In Hörnern am Anfang kann man so ein Orgasmus führen und dann rät-rät-Rät oder sonst irgendwas.

00:17:48: Und es sind so viele Anspielungen drin und da muss man auch kein Expert in sein oder irgendwie berührt ein.

00:17:53: das auf jeden Fall würde ich sagen.

00:17:55: Huch!

00:17:55: Orgasmos in der Musik ist jetzt auch anders wild.

00:17:58: aber hören wir doch mal rein

00:18:10: Wenn man's weiß, kann man schon hören.

00:18:12: Oder?

00:18:13: Find ich auch!

00:18:13: Aber es ist vielleicht ein guter Übergang den Patrick hier erwähnt.

00:18:16: Denn die Musik kann einen nicht nur berühren und ist voll mit Anspielungen wie jetzt in diesem Fall sondern sie erzählt auch eine kleine Geschichte über unsere Charaktere zum Beispiel natürlich auch über unseren ekelhaften Baron Ox.

00:18:48: Okay also so wird quasi musikalisch der Baron interpretiert oder die Szene am Schluss.

00:18:53: Also Sophie und Octavian sind zusammen.

00:18:56: Große Liebe, Happy End oder doch nicht?

00:19:00: Am Ende das mag ich immer ganz besonders wenn diese ... Diese Akkorde kommen und die erzählen finde ich mega dass es auch das vielleicht nicht halten wird.

00:19:11: Das mache ich immer gerne wenn der Zuhörer ihn mehr weiß als das, was die zwei wissen.

00:19:17: Die singen da ihr Liebesdouetter bis zum Traum kann ich wirklich sein.

00:19:20: Aber dann kommen eben diese ganz verschwobenen Akkorde dazwischen drin und man denkt so, sind die wirklich glücklich?

00:19:26: Ja umso klingt das dann in echt.

00:20:17: Man kann es schon fühlen, dass ja diesen Zweifel doch irgendwie am Ende noch ein bisschen gibt.

00:20:22: Und was auch ziemlich spannend ist, die Inszenierung im sanierten Opernsaal zu hören und dann wieder mit Orchestergraben den's dem Staatenhaus gar nicht gegeben hat Und eben auch in der ganz anderen und vor allem tollen Akustik.

00:20:35: Absolut, das ist schon der Beginn einer neun Ära.

00:20:40: Deshalb wurde die neue alte Oper dann Teil der Inszenierung geworden.

00:20:46: Ich

00:20:56: glaube, das wird mein Lieblingsmoment.

00:20:58: Im zweiten Akt wird nämlich das Opernpublikum Teil der Inszenierung.

00:21:02: mehr spoiler ich aber auch nicht.

00:21:05: Vielleicht schauen wir zum Schluss noch mal ins hier und jetzt und auf dieses ja frisch renovierte Gebäude.

00:21:10: also muss man schon sagen es ist jetzt nicht irgendwie eins sonst würde sich auch nicht unter Denkmalschutz stehen.

00:21:14: Es

00:21:15: ist das erste Gebäudee im deutschsprachigen Raum mit Sichtbeton gewesen, eines der wichtigen damaligen Gebäude dazu.

00:21:23: Und wenn man Sichtbetons mag ist es natürlich ein architektonisches Highlight.

00:21:27: und damals war's ein Highlight hier sind die Architekturstudenten hingepilgert um sich dieses tolle imposante Gebäute anzuschauen und vielleicht schaffen wir das ja auch wieder dass diese Begeisterung dafür überall aktiv

00:21:39: wird.".

00:21:39: Mit Damals sind übrigens die fünftiger Jahre des letzten Jahrhunderts gemeint.

00:21:43: da wurde die Oper Köln nämlich fertig gebaut Und das ist Volker.

00:21:48: Ich bin Volker Rhein, ich bin der technische Direktor der OPA und begleite dieses Projekt seit Jahrzehnteinzehn.

00:21:53: So ein.

00:21:53: als technischer Direktor ist er eben für alles verantwortlich was mit Surprise Technik zu tun hat ja und eben dann für den Spielbetrieb auch notwendig ist.

00:22:02: dazu gehören dann so Sachen wie die

00:22:04: Bühnentechnik Beleuchtung, Requisite, Maske, Donenabteilungen natürlich alles was darüber hinausgeht und ich mache natürlich mehr sozusagen langfristigere Vorabplanung, nicht selber die Vorstellung abends.

00:22:16: Dafür habe ich mein Team

00:22:17: da.".

00:22:17: Ja es auf jeden Fall ein ganz schön umfangreicher Job!

00:22:20: Aber Volker freut sich jetzt schon auf die vielen Vorteile des neuen Opernauses am Offenbachplatz.

00:22:25: Also

00:22:26: erst mal zum Vergleich zum Staatenhaus.

00:22:27: wir sind natürlich wieder mitten in der Innenstadt was für so einen Opernaus natürlich sehr sehr schön ist und sehr repräsentativ ist.

00:22:34: Wir haben auch wieder sozusagen dieses doch Einladende und leuchtende Opernhaus mit einem sehr, sehr spannenden tollen Foyer und einem sehr schönen Zuschauerraum in einer fünften Jahrjahre ästhetik die so ihresgleichen sucht.

00:22:48: Und auch schon wirklich eine festliche Stimmung macht wenn man reinkommt.

00:22:52: Jetzt ist wieder so, klingt ich ein klassisches Opernhaus mit einem Orchestergraben.

00:22:56: Und eben mit all den technischen Möglichkeiten die so ein richtiges Opernhaus mitbringt ne?

00:23:00: Also zum Beispiel eine bewegliche Bühne einen Schnürboden mit dem man Easy-Bühnenbilder hin und her verräumen kann oder halt natürlich der Orchester graben hast ja gerade schon gesagt für das Orchester sind alles Dinge die wir jetzt nach langer Zeit endlich wieder haben.

00:23:14: Und Volker ist schon auch Fan der Architektur des Opernhauses.

00:23:18: Der Architek heißt übrigens Wilhelm Riepan und er hat sich schon eine ganze Menge Gedanken gemacht über das Haus, und auch die Zeit in der es entworfen hat.

00:23:25: Das Besondere an diesem Opernhaus im Vergleich zu vielen älteren Operngebäuden ist ein demokratisches Opernhaus.

00:23:33: Und zwar wirklich von jedem Balkon sieht man gleichwertig auf die Bühne nicht wie in vielen anderen Opernhäusern dennoch aus historischen Zeiten und aus königlichen Hintergründen bestehen, wo dann sozusagen der Zuschauer mehr auf die Königsluge ausgerichtet ist.

00:23:52: Und hier sind natürlich alle wirklich auf die Bühne ausgerichtet.

00:23:55: Es ist ganz klar es eine Bürgerbühne also von Bürgern für die Bürger und das schon auch toll.

00:24:01: Ja

00:24:02: und Volker hofft dass das dann viele Dieler in der Oper sind und sich ein Stück angucken auch erkennen, dass das schon noch eine Qualität Auch wenn es natürlich berechtigte Kritik gibt, dann der krassen Verzögerung der Sanierung und auch in der Kostenexplosion.

00:24:16: Von der also von der Kritik hat Volker uns sein Team schon eine ganze Menge abbekommen, auch wenn die Mitarbeitenden der Opa Köln ja eigentlich zu den Leidtragenden gehören.

00:24:25: Ich glaube so muss man getrennt sehen leider.

00:24:28: das eine ist diese Sanierung wo es sicherlich ganz viel zu kritisieren gibt und auch ganz viel über die Kosten zu kritisieren und Bauvieler drin waren usw.

00:24:39: Das können wir auch leider nicht ändern, das tut uns genauso wie und wir finden es total schade.

00:24:44: Ich hätte es gerne komplett anders gehabt.

00:24:48: Trotzdem ist es eben wirklich ein ganz tolles und besonderes Gebäude, ein Leuchtturm für die Stadt Und jetzt kann man nur sagen, kommt rein.

00:24:56: Schaut euch an!

00:24:57: Das ist schon was Besonderes.

00:24:58: So das ist doch mal ein Wort.

00:25:00: Also macht es doch einfach mal.

00:25:02: Kommt rein schaut's euch an und dann könnt ihr euch nämlich direkt noch Volkers Lieblingsort in der Oper anschauen.

00:25:08: denn das ist die Kantine und hat hier mit zu tun.

00:25:11: Die Tische von der Kantine sind aus einem ganz besonderen Holz und zwar aus dem alten Bühnenboden vom Opernhaus und vom Schauspielhaus.

00:25:20: damals beim Beginn Kernsanierung hat man davon Platten gerettet, die dann aufgearbeitet und daraus wunderschöne Tische gemacht.

00:25:29: Die Tische kann auch der Zuschauer sich anschauen abends ab einundzwanzighundertreißig.

00:25:34: so mal die Kantine offen auch für Zuschauer.

00:25:36: das heißt wer sich eine Vorstellung angeschaut hat und nach der Vorstellung noch einen Getränk zu sich nehmen möchte ist herzlich willkommen in der Kantine und kann dann sozusagen diese zwei Welten zwischen Zuschauer und hinter der Bühne vereinen sich im Bereich der Kantine.

00:25:50: Na, wenn das mal nichts ist Sebastian oder?

00:25:52: Käffchen auf der Bühne schonmal gemacht.

00:25:54: Ist eigentlich verboten oder Flüssigkeiten und so.

00:25:56: Ja richtig

00:25:56: nur in echte Sachen.

00:25:58: Kann man jetzt alles machen und dann wisst ihr schon mal worauf für euch freuen könnt, wenn ihr denn die letzten Akkorde vom Rosenkavalier hört!

00:26:15: So Sebastian, das war's schon wieder.

00:26:17: Können

00:26:18: wir schon sagen... Bis zum nächsten Opa im November, ne?

00:26:21: Korrekt.

00:26:22: Und dann mit Hoffmanns Erzählungen wird, glaub ich, ganz cool!

00:26:25: Die Oper stammt sogar vom Namensgeber des Offenbachplatzes Jacques-Offenbach.

00:26:29: Ich würd sagen bis dahin.

00:26:30: Bis dann!

00:26:31: Stage

00:26:32: Vibes Ein Podcast der Oper Köln Mit Anna Mangold und Sebastian Sonntag.

00:26:40: Wenn euch der Podcast gefällt lasst eine Bewertung da und empfehlt uns weiter.

00:26:45: So bleibt ihr auf dem Laufenden und helft mit dass dieses Projekt weiterwachsen kann.

00:26:49: Redaktion und Umsetzung?

00:26:51: Anna Mangold, Stefanie Sonnenschein, Christine Sontag, Sebastian Sontage.

00:26:56: Mit großer Unterstützung von unserem Podcastteam!

00:26:59: Anna-Hita Bemanesch, Martino Condoniotto, Tim Fuchs, Melina Mielke, Maja Nipolt, Basha Noll, Elisa Rübo, Nora Scheibler, Teresa Schmitz, Navarna Jaffi, Barbara Feeling.

00:27:13: Vielen Dank an alle die an dieser Folge mitgewirkt haben.

00:27:16: Insbesondere an Marie-Ev Sinirl, Patrick

00:27:20: Zielke,

00:27:21: Volker Rhein sowie das ganze Team von Der Rosenkavalier an der Opa Köln.

00:27:27: Mit freundlicher Unterstützung des Kuratoriums der OPA KölN – eine Produktion der Sendereinheit im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der OPA Kölner.

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